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Zum Recht am eigenen Bild

- oder warum wir nicht wollen, dass hier im Forum jemand erkennbar abgebildet wird
Mo, 22 Juni 2015 21:02
#1 
Achtung, ab dem 25.05.2018 gilt die DSGVO

Es bedeutet, dass Leute die nicht zur Presse gehören bzw. dieser zuarbeiten, keine Fotos mit Personen speichern dürfen. Es sei denn, im engsten Familienkreis und nicht für das Internet.

Da Einwilligungen reversibel sind, werden wir Bilder mit Personen darauf zukünftig wie gehabt rigoros löschen. Das gilt z. B. auch in einem Konzert, wo man denkt, in dem Gewusele erkennt man ja niemanden.


Wir waren ja schon immer ziemlich rigoros, was das angeht.

Genaueres findet ihr hier:

https://www.ipcl-rieck.com/allgemein/wissen-zur-dsgvo-7-tipp s-fuer-fotografen.html


Das Recht am eigenen Bild schützt das Recht auf Selbstbestimmung des Menschen und zwar bezüglich des Umgangs mit seiner visuellen Erscheinung. Jede Person hat das Recht, selbst zu bestimmen, ob sie fotografiert wird. Darüberhinaus hat jede Person auch das Recht, zu bestimmen, ob oder wie Aufnahmen von ihr veröffentlicht werden dürfen.

Bild / Foto
Ein Bildnis liegt in der Terminologie des Rechts am eigenen Bild vor, wenn ein Mensch in seiner äußeren Erscheinung bildlich und erkennbar dargestellt wird. Die Erkennbarkeit ergibt sich nicht nur aus dem Gesicht, sondern Personen können auch durch auffällige körperliche Merkmale erkennbar sein, welche Rückschlüsse auf die abgebildete Person zulassen. Wenn Eltern ihre Kinder erkennen können, obwohl sie nur von hinten zu sehen sind, gilt das Bild als Bildnis (ähnliches gilt auch für Tonaufnahmen). Darüber hinaus können zu einem Foto gehörende Textveröffentlichungen zu einer Erkennbarkeit führen. Ist ein Mensch nicht identifizierbar, liegt auch kein Bildnis im Sinne des Gesetzgebers vor und der Fotograf darf das Bild verwenden.

Einwilligung des Abgebildete
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Willigt die abgebildete Person bewusst (möglichst schriftlich) in die Aufnahme und deren Veröffentlichung ein, darf der Fotograf das Foto ausschließlich in dem Rahmen verwenden, in den die Person eingewilligt hat. Also z.B.: wenn die abgebildete Person eingewilligt hat, dass ein Foto in einem bestimmten Internetforum veröffentlicht werden darf, dann dürfen diese die Fotos auch nur dort in genau dem genannten Forum veröffentlicht werden. Werden die Fotos in einem weiteren Forum veröffentlicht, liegt keine Einwilligung der fotografierten Person vor und verletzt das Persönlichkeitsrecht der abgebildeten Person.

Bei Treffen
Nun kann man argumentieren, dass man ja gesehen hat, dass wir alle mit Kameras unterwegs waren und indirekt einverstanden waren, dass Fotos gemacht und ausgetauscht werden. Formal hätte man aber immer fragen müssen und sich am besten das Einverständnis schriftlich geben lassen sollen. Das wird noch schwieriger, wenn die Fotografen ihre Fotos an Dritte weiter geben. Dann ist nämlich auch noch das Nutzungsrecht entsprechend des Urheberrechts betroffen. Nicht nur, dass man nicht ohne (möglichst schriftliche) Genehmigung keine Fotos von Dritten einfach ins Netz stellen darf, man darf es schon gar nicht, wenn man nicht weiß, ob der Fotograf die Persönlichkeitsrechte geklärt hat. Denn der Fotograf wird vor das Gericht gezerrt, wenn eine Person seine Persönlichkeitsrechte nicht gewahrt sieht und klagt. Und nicht etwa die Person, die die Nutzungsrechte nicht befolgt hat.

Oft kann man annehmen, dass die abgebildete Person stillschweigend, in juristisch „konkludent“, in die Aufnahme und deren Veröffentlichung eingewilligt hat. Dabei reicht kein reines „Dulden“, das ist noch keine Einwilligung. Vielmehr muss die Person in ihrem Verhalten zeigen und zum Ausdruck bringen, damit einverstanden zu sein, fotografiert zu werden. Dies kann zum Beispiel durch „Posen“ (z.B. für ein Gruppenfoto) geschehen, also die Person muss nachweislich gemerkt haben, dass sie fotografiert wurde, z.B. indem sie in Szene gesetzt wurde.

Ausnahmen sind Veranstaltungen, auf denen üblicherweise fotografiert wird: Sportveranstaltungen, Pressekonferenzen oder auch öffentliche Auftritte. Hier wird unterstellt, dass die fotografierte Person typischerweise damit rechnen muss, fotografiert zu werden und damit willigt sie indirekt durch ihre Teilnahme stillschweigend darin ein. Auch falls ihr das nicht bewusst sein sollte.

Es gibt Ausnahmen, von denen für uns wohl keine greift, das bei uns der Fun-Faktor vorne steht:

Ausnahmen

• Fotos aus dem Bereich der Zeitgeschichte
• Fotos, auf denen die Personen nur als Beiwerk erscheinen
• Fotos von Versammlungen und Aufzügen (eine Versammlung oder ein Aufzug sind wir auch nicht Wink)
• Fotos, deren Verbreitung oder Schaustellung einem höheren Interesse der Kunst gilt

Verletzung der Interessen des Abgebildeten

Selbst wenn das Bild entsprechend der Vorschriften aufgenommen wurde, kann die abgebildete Person ein Interesse haben, zu verhindern, dass es publiziert wird. Das Interesse der abgebildeten Person überwiegt auf alle Fälle, wenn die Bilder zu kommerziellen Zwecken (Werbung) benutzt werden oder, wenn die Fotos die Privat- oder Intimsphäre der Person betreffen. Es gibt noch mehr Möglichkeiten. Eine Veröffentlichung ist dann nicht gestattet.

Fazit
Ein Fotograf muss ein großes juristisches Spannungsfeld beachten, wenn er Fotos macht und er (oder gar jemand anderes für ihn) diese veröffentlicht. Die abgebildeten Personen haben einen verbrieften und gesciherten Persönlichkeitsschutz. Es gibt nur wenige Ausnahmen, nach denen eine Veröffentlichung auch ohne (möglichst schriftliche) Einwilligung der abgebildeten Person möglich ist. Schriftlich deswegen, weil die Personen es sich anders überlegen können und dann die Beweisführung auf mündlicher Basis schwierig wird (würden sich Zeugen eindeutig erinnern können???). Und die Beweislast liegt beim Fotografen, d.h. es ist völlig unerheblich, das die fotografierte Person jemals gesagt hat, wenn es nicht eindeutig nachzuweisen ist, dass sie das gesagt hat. Eine schriftliche Einverständniserklärung sollte möglichst umfassend sein, denn (nochmal, man kann es nicht oft genug sagen): die Beweislast liegt immer beim Fotografen.

Damit es gar nicht erst zu irgendwelchen Schwierigkeiten kommt, haben wir für das Forum die Regel aufgestellt, dass niemand erkennbar ist. Zum Schutz der user und der Forenbetreiber (das sind nicht die Modis sondern die Personen, die im Impressum stehen). Und deswegen bitten wir auch immer, alle Rechte zu beachten, damit nicht versehentlich jemand etwas macht, das schadet. Wir gehen sozusagen auf Nummer sicher, weil wir den Dschungel an Vorschriften / Ausnahmen und / oder Bedingungen gar nicht abschätzen können. Das kann im Zweifelsfall nämlich nur der Richter, nach bestem Wissen und Gewissen.


"Was ist ein Name? Was uns Rose heißt,
Wie es auch hieße, würde lieblich duften"

(Aus "Romeo und Julia" von William Shakespeare)



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